Plakat-o-Mat
Das Kollwitz Museum Köln präsentiert mit plastischen Arbeiten, Zeichnungen und druckgrafischen Blättern das vielschichtige Schaffen der Künstlerin. Der interaktive Plakat-o-Mat knüpft daran an und eröffnet den Besucher*innen einen Raum für kreative Meinungsäußerung zwischen Geschichte und Gegenwart.

© Kollwitz Museum Köln, Foto: Chris Franken
Zur Wiedereröffnung der Ausstellung im Kollwitz Museum Köln haben wir eine KI-gestützte, interaktive Station realisiert: der Plakat-o-Mat lädt Besucher*innen dazu ein, nach dem Rundgang durch die Ausstellung ihre eigene Botschaft im Stil von Käthe Kollwitz zu gestalten – inspiriert von ihrem Engagement für Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Ausdruckskraft.
Der Plakat-o-Mat bietet drei Gestaltungsmodi – Freihand, Collage und KI-Bildmaschine – und schlägt damit eine Brücke von der künstlerischen Handschrift Kollwitz’ bis zur digitalen Bildkultur von heute. Ob klassische Zeichnung, Meme oder KI-Illustration: Die Besucher*innen können auf individuelle Weise Position beziehen und ihre Ideen sichtbar machen.

Ausstellungsdesign/Pultgehäuse: Julius Terlinden & Florian Müller, strizzi.studio
Im Freihandmodus können Besucher*innen mit digitalen Zeichenwerkzeugen wie „Kohle“ oder „Bleistift“ direkt auf dem Bildschirm zeichnen. Der Modus spricht vor allem jene an, die Freude am Zeichnen haben und das Materialgefühl sowie den Ausdruck der Handzeichnung digital erfahren möchten. Das Erlebnis ist kontemplativ, persönlich – jedes Ergebnis ein Unikat.
Im Collage- bzw. Meme-Modus lassen sich historische Motive von Käthe Kollwitz mit eigenen Texten kombinieren – schnell, spielerisch und mit niedrigem Einstieg. So entstehen kraftvolle, manchmal auch humorvolle Bildbotschaften, die sich besonders gut für Gruppenaktionen oder Social Media eignen.
Im KI-Modus, der Bildmaschine, verwandelt sich eine einfache Skizze in ein Werk im Stil von Käthe Kollwitz. Über verschiedene Auswahlfelder können Technik und Stimmung bestimmt werden. Der Modus ermöglicht eindrucksvolle Ergebnisse auch ohne Zeichentalent – und macht Künstliche Intelligenz auf einfache Weise unmittelbar erlebbar.

Wer möchte, kann sein Plakat speichern und dem Museum die Nutzungsrechte zur Präsentation überlassen. Vom Museum ausgewählte Arbeiten werden oberhalb des Plakat-o-Mat projiziert und geben Einblick in die Vielfalt der Meinungen und die kreative Ausdruckskraft der Besucher*innen.

Die in TypeScript geschriebene Webanwendung verbindet je nach Modus unterschiedliche technische Ansätze. Im Freihandmodus sorgt P5.js dafür, dass Kohle- und Bleistifttexturen möglichst realistisch wirken und das haptische Gefühl des Zeichnens digital spürbar wird. Der Collage-Modus nutzt Fabric.js und ein virtuelles Keyboard, um Text und Bild intuitiv zu kombinieren und schnell eigene Botschaften zu gestalten. Im KI-Modus greift das System auf den Zeichenmodus zurück und sendet Skizze und Prompt an OpenAI, wo das Plakat entsprechend der gewählten Maltechnik und Stimmung generiert und anschließend an den Plakat-o-Mat zurückgesendet wird.
Die Verwaltung der erstellten Plakate erfolgt über eine Webschnittstelle, über die Museumsmitarbeiterinnen die Arbeiten der Besucherinnen prüfen, zur Projektion freigeben oder löschen können – auch mobil, etwa über ein Tablet oder Smartphone. So entstand ein technisch wie inhaltlich innovatives Werkzeug, das die Besucher spielerisch zur Partizipation animiert und das Vermächtnis von Käthe Kollwitz in die digitale Gegenwart überträgt.