arkumu

arkumu.nrw ist eine qualitativ hochwertige Erschließung, Verfügbarmachung und dauerhafte Archivierung der multimedialen künstlerischen Bestände der Kunst- und Musikhochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen.

Das Konsortialprojekt verfolgt das Ziel, die digitalen Projektarchive von Kunst- und Musikhochschulen in Nordrhein-Westfalen erstmals hochschulübergreifend zugänglich zu machen.

Entstanden ist dabei nicht nur ein strukturiertes, umfassendes Archiv über die künstlerische Qualität von Hochschulprojekten, sondern ein neuer inhaltlicher Mehrwert: Durch die Zusammenführung bislang getrennter Bestände werden künstlerische Arbeiten in einen gemeinsamen Kontext gestellt und online erfahr- und recherchierbar gemacht. Die Archivbestände werden in ein gemeinsames System migriert und daraus in einem zweiten Schritt langzeitig archiviert. Dies erfordert hohe technische, konzeptionelle und rechtliche Anforderungen an das Projekt sowie normierte Datenerfassung und -pflege an den beteiligten Hochschulen:

Folkwang Universität der Künste, Hochschule für Musik und Tanz Köln, Robert Schumann Hochschule Düsseldorf, Kunsthochschule für Medien Köln, Hochschule für Musik Detmold, ITCC, Universität zu Köln.

Das Büro für Brauchbarkeit wurde beauftragt, das visuelle Erscheinungsbild sowie das Interface- und UX-Konzept für arkumu zu entwickeln.


Herangehensweise
Eine zentrale Herausforderung bestand darin, sehr unterschiedliche Kunstformen wie Tanz, Video, Audio oder 3D-Arbeiten visuell gleichwertig zu behandeln und trotzdem eine eigenständige und spannende Visualität für das gemeinsame Online-Archiv zu entwickeln.

Pascal Glissmann, Professor an der Parsons New School in New York entwickelte das Logo und die Visualität anhand von Impulsen aus der Medien- und Klangkunst – unter anderem an Brian Enos Konzepten von visual and acoustic texture, Fragmentierung, Visualisierungen von Klang sowie tonale Strukturen.

Logoentwicklung und -herleitung


UI/UX Design
Ausgangspunkt der Interfacegestaltung war die Entwicklung eines klassischen Archiv-Interfaces kombiniert mit einem experimentellen, zufälligen Zugang zu den komplexen und für Nutzer*innen möglicherweise unbekannten Daten des Archivs. Ein neutraler, visueller Rahmen war nötig um allen beteiligten Hochschulen und Kunstwerken gerecht zu werden, Platz für die Visualität der Projekte zu lassen und gleichzeitig eine einheitliche Darstellung der unterschiedlichen Projektarchive zu gewährleisten.
Eine Suche mit inhaltlich sinnvollen Suchkriterien und unterschiedlichen Ergebnisdarstellungen wurde detailliert ausgearbeitet, sowie eine generische Erstellung von Platzhalterbildern für Musikstücke oder andere Projekte ohne Bildmaterial.



Design System
In Anbetracht der Komplexität und geplanten Langfristigkeit von arkumu war ein robustes Design System essenziell. Auf Basis umfangreicher Erfahrung in der Entwicklung skalierbarer Systeme wurde eine präzise Vorbereitung für die programmatische Umsetzung geschaffen – inklusive Design Tokens, Components und Layouts, optimiert für die Umsetzung mit TailwindCSS.

Auszug aus dem Interfacedesign & Designsystem

Aspekte wie Barrierefreiheit, unterschiedliche Nutzungssituationen, vielfältige Zielgruppen sowie präzise Kontrastanforderungen bildeten dabei zentrale Leitlinien. Das gesamte Archiv wurde konsequent in drei Farbmodi konzipiert, die sich durch das gesamte System ziehen und sowohl funktionale Klarheit als auch ästhetische Qualität gewährleisten. Die entwickelten Color Modes sind von der Bildsprache klassischer White Walls sowie der Inszenierung einer Black Stage inspiriert.

Advanced Search in 3 Farbmodi und Zeitleiste



Explorative Startseite & Zugangskonzepte
Neben einer klassischen Suche mit umfangreichen Filtermöglichkeiten für den Experten- und Fachzugang wurde die Startseite bewusst als explorativer Einstiegspunkt in das Archiv konzipiert. Ziel war es, auch Nutzer*innen ohne konkretes Suchziel einen niedrigschwelligen, visuellen und spannenden Zugang zu ermöglichen.

Collage aus zufälligen Projekten aus den Archiven zur Auswahl.

Hierfür wurden mehrere Module entwickelt:
Ein zentrales Modul funktioniert wie eine visuelle Tagcloud, die Kategorien und Keywords des Archivs räumlich und typografisch erfahrbar macht und Besucher*innen intuitiv über Begriffe in das Archiv hineinführt. Ergänzend dazu zeigt ein weiteres Modul zufällig ausgewählte Projekte, die sich jeweils auf ein bestimmtes Schlüsselwort oder ein Jahr beziehen. So entstehen unerwartete Querverbindungen und Entdeckungen, die zum Stöbern einladen und die Vielfalt des Archivs erfahrbar machen.

Generische Wabenstruktur von Stichworten als explorativer Zugang zum Archiv.



Komplexe Datenstrukturen:

arkumu basiert auf einem einheitlichen, konsortial entwickelten Datenmodell, das sich an etablierten Community- und Metadatenstandards (u. a. LIDO) orientiert und einen projekt- und ereigniszentrierten Ansatz verfolgt. Es bildet künstlerische Prozesse, Kontexte, beteiligte Akteur*innen strukturiert ab und bringt die Informationen der Einliefernden in ein konsistentes, logisches Verhältnis.

Diese inhaltliche Tiefe wird im Interface über progressive Offenlegung vermittelt: Projekte sind zunächst als übersichtliche Zusammenfassung zugänglich. Über eine tabbasierte Navigation können Besuchende die Komplexität bei Bedarf schrittweise erschließen – von inhaltlichen Kontexten bis hin zu detaillierten Metadaten und Medienebenen. So bleibt der Einstieg niedrigschwellig, während die volle fachliche Tiefe für die professionelle Recherche erhalten bleibt.

Schematische Aufarbeitung der vorgegebenen Datenstruktur



Kommunikation & Printmedien
Zur Bewerbung von arkumu wurden ergänzend Plakate, Flyer und verschiedene Aufkleber gestaltet, die das visuelle Erscheinungsbild in den öffentlichen Raum der beteiligten Hochschulen übersetzen. In enger Zusammenarbeit mit den Projektpartner*innen entstanden dabei die Claims „No Future Without Archives“ und „Love and Care for Digital Objects“, die die inhaltliche Haltung des Projekts pointiert auf den Punkt bringen: digitale Archive nicht nur als Speicher, sondern als kulturelle Verantwortung zu begreifen.


Das Projekt befindet sich derzeit in einer finalen Umsetzungsphase und ist noch nicht öffentlich verfügbar oder verlinkt.(01/2026).
Kunde: arkumu.nrw